#80/26 LOTR Schmuckbox Part 1 (Planung / Kosten)

Hi Leute die Planung diese Projektes stand nicht unter dem besten Stern.

Denn noch vor dem Start ist mir ein wirklich dummer Fehler unterlaufen. Daher unterhalten wir uns in dieser Planungsdoku mal über Projektkosten. Was sind Projektkosten und welche berechne ich und welche nicht. Natürlich werde ich Euch auch einen kleinen Einblick in die Hintergründe meines Fehlers geben. Aber starten wir erst einmal damit was ich berechne wenn ich ein Projekt anlege. Dies wird immer berechnet egal für was oder wen ich dies anlege.

Als Kosten hatte ich folgende Dinge berechnet.

  • Filament aufs Gramm genau
  • Stromkosten

Und bin dann bei einem Selbstkostenpreis raus gekommen der mir persönlich schon zu hoch war. Nun hatte ich aber eine ganz wichtige Sache nicht gesehen. Denn ich rechnete mit Materialwerten und Stromkosten von einer Schublade und 4 Inlets.

Benötigt sind aber fünf Schubladen und 5 Inlets. Also fehlten mir die Druckzeiten von 4 Schubladen inklusive Materialverbrauch und ein Inlet sowohl in der Druckzeit wie auch im Verbrauch.

Als ich dies bemerkte hatte ich aber schon meinen falsch berechneten Eigenkostenpreis für das Projekt fest gesetzt. Somit bestand hier eine Differenz von 25 Euro zum echten Eigenkostenpreis für den Druck.

Aber wieso erwähne ich dies so explizit? Ganz einfach egal ob ein Projekt für mich, meine Frau oder die Familie ist rechne ich natürlich immer aufs Gramm genau die Material- und Stromkosten aus. So behalte ich immer einen guten Überblick und teilweise entscheide ich nach diesem Wert auch ob es sich lohnt einen Druck als Projekt zu verfolgen oder nicht.

Effektiv habe ich nun auch etwas geschummelt und neben der eigentlich zwei Farben eine dritte hinzu gefügt. Hier muss ich auf jeden Fall den Bestand nochmals manuell überprüfen damit mir hier nicht weitere Kosten entstehen. Denn eine weitere Rolle Filament zu kaufen von einer Farbe welche ich nur selten nutze wäre schon sehr ärgerlich. Hin gegen die Reste eines alten Projektes hier mit zu verdrucken ist halt einfach auch ökologisch sinnvoll.

Verwendete Materialen:

  • Recycling Fabrik funkelnde Nacht RPLA schwarz Glitzer
    • benötigt 1450 Gramm
    • vorhanden 810 Gramm – gekauft für 24 Euro / KG
    • hier konnte ich auf eine 1KG Spule reduzieren da ich noch eine Rolle hatte, und eineige Druckteile auf eine andere vorhandene Farbe umgestellt habe)
  • Recycling Fabrig funkelnder Tanne RPLA grün glitzer
    • benötigt 808 Gramm
    • vorhanden 875 Gramm – gekauft für 24 Euro / KG
    • muss noch im Bestand geprüft werden
  • Redline Filament Bronze Gold PLA
    • benötigt 88 Gramm
    • vorhanden 569 Gramm gekauft für 26 Euro / KG

Wenn ich wirklich mit einem Kostenfaktor von Null Euro aus der Rechnung raus gehen wollte müsste ich also auch von den Bestandfilamenten den entsprechenden Verbrauchswert pro Gramm mit einberechnen.

Damit kämen wir auf eine Gesamtmenge an Material von 2346 Gramm Filament. Nun bin ich ja so, dass wenn ich Projekte für Freunde und Familie drucke ich den Preis so niedrig wie möglich halten will und daher sehr oft den Verbrauch des Bestandfilamentes entweder mit einem viel günstigeren Wert berechne oder sogar ganz weg lasse. Auch gab es schon genug Projekte in denen ich all dies ausgerechnet habe und die Teile dann verschenkt habe.

Nun kommen wir neben dem Filament zu den KWh Kosten. Im durschnitt sollte man mit 0,40 Euro pro KwH rechnen. Dann nimmt man den Watt Pro Stundewert, einen durchschnitt dieser lässt sich je nach Drucker leicht errechnen, und wandelt diesen in KwH um. So kommt man dann auf einen sehr realistischen Strompreis. Natürlich kann man sich auch entsprechende Tools anschaffen welche dies mit allen wirtschaftlich sinnvollen Daten berechnen.

Dies wird bei unseren Projekten nicht gemacht. Ich besitze entsprechende Tools aber nutze diese nur für Vergleiche.

Nun werden viele denken mein Gott wie dumm ist der Typ der macht sich alleine mit den Kostenberechnungen nen heiden Aufwand um dann noch ins Minus zu gehen.

Ja Leute da sind wir an einem sehr sehr wichtigen Punkt meiner Arbeit und meiner Philosophie in diesem Projekt:

Ich sollte natürlich wirtschaftlich rechnen und Projekte würden dann auch weiterhin durch Freunde und Familie angefragt werden, aber ich bin immer noch der Meinung ich will keinen Gewinn machen. Ein Kostendeckender Druck ist vollkommen ausreichend denn wir / ich betreibe hier ein Hobbyprojekt und keinen 3D Druckservice. Als letzteres müsste ich definitiv andere Berechnungen anstellen da ansonsten meine Existenz bedroht währe.

Auf Grund der Datei und meines Missverständnisses war ich bei 36 Stunden Druckzeit. Diese musste ich nach entdeckend es Fehlers massiv anpassen. Das komplette Projekt mit der richtigen Anzahl an Druckteilen hat eine Druckzeit von knapp 58 Stunden.

Damit ist dies das längste wie auch das in Material und Stromkosten das teuerste Projekt welches ich je in den letzten 6 Jahren gefertigt habe.

Bei einer wirtschaftlichen rein kostendeckender Berechnung wäre dieses Projekt nur durch diesen kleinen Fehler einfach mal 30 Euro teurer als abgesprochen.

Natürlich ist es nicht fair aber ich habe gerade erst mehrere Projekte mit wirklich vielen Druckstunden und nicht wenig Material komplett verschenkt. Daher seht dies hier nicht als mimimi an. Jahre lang habe ich keine Einsicht über die Kosten eines Projektes gegeben, dies wird sich mit den kommenden Projekten ändern und mit diesem fangen wir hier an.

Dies war jetzt viel wie berechne ich was und was berechne ich warum etc.

Was mir in den letzten Dokus aufgefallen ist, dass ich aktuell wesentlich mehr Fehler mache als gewohnt. Dies liegt an verschiedenen privaten und beruflichen Dingen die ich hier im Projekt nicht teilen werde. Meine Konsequenz daraus werde ich Euch jedoch gesondert mitteilen.

Nun aber zur weiteren Planung:

Um nun die richtigen Werte und Daten zu erhalten habe ich die Druckdatei angepast und die fehlenden Parts als extra Platte hinzugefügt. Ja dies wäre nicht notwendig, erleichtert aber die Berechnungen der Druckzeit und Materialverbrauchs.

Mit der neuen Druckdatei bin ich dann in meine Planungsübersicht, habe geguckt wieviel von welchem Material hab ich noch da und wieviel muss ich bestellen um das Projekt mit einer Fehlerrate von 20% fertig zustellen. Dies 20% Fehlerquote wird immer ein gerechnet für Fehldrucke oder andere Probleme. Am Ende eines Projektes gehe ich dann aber hin und rechne erneut nur das verwendete Material ohne diese Fehlerprozente aus.

Ist dieser Schritt erledigt wird das Material bestellt und die vorhandenen benötigten Rollen werden zur Seite gelegt damit ich diese nicht ausversehen in einem anderen Projekt verdrucke.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Ich habe bereits genug Materialien vor Ort um mit diesen die ersten Drucke zu tätigen oder ich muss auf die bestellten Materialien warten. In letzterem Falle kann ich den Drucker natürlich für andere Projekte nutzen und starte mit diesem Projekt erst nach eintreffen des Materials.

Auch die Drucktage plane ich mit maximal sechs bis acht Stunden reiner Druckzeit pro Tag. Ausnahmen sind Druckplatten welche über diesen Werten liegen. Sprich wenn ich vier Druckplatten a 2 Stunden hätte würde ich an Tag 1 genau diese als erstes drucken.

Generell versuche ich die 6-8 Stunden immer mit so vielen Platten wie möglich zu belegen. Nun ist aber auch eins wichtig, ich habe nicht jeden Tag die Zeit oder auch die Lust hier die Drucker durchgehend in meiner Freizeit 6-8 Stunden am laufen zu haben. Somit plane ich zwar jeden Drucktag immer mit 6-8 Stunden nutze diese aber nur selten aus.

Immerhin habe ich eine Familie, Freunde und einen Job die mich fordern und ich auch Freizeit benötige.

Somit hätten wir die Planung mit allen Eventualitäten und den hier begangenen Fehlern einmal durch gearbeitet. Ich kann Euch aber auch sagen, dass normaler Weise Projekte schnell und wirklich gut geplant sind.

Ich hoffe dieser doch recht theoretische Part hat Euch nicht abgeschreckt. Aktuell kann ich hier keine genauen Zahlen nennen weshalb alle hier genannten Werte gerundet wurden. Im kommenden Part dieses Projektes und der Doku werden ich mich mit Euch dann auch schon direkt in die Drucke stürzen und wir werden hier die Fertigung einmal genauer beleuchten.

Des Weiteren werde ich in den kommenden Wochen mal einen Guide erstllen welche Kosten Ihr für Drucke berechnen solltet und wie Ihr diese ganz einfach berechnen könnt um wirklich auf den Cent, das KWh und das Gramm wirklich mit null aus einem Druck raus zu gehen. Ich bin mir sicher da werden Kosten bei sein welche Ihr nicht auf dem Schirm haben werdet.

Damit vielen Dank für Eure Geduld auch bei einem so trockenem Thema.

Euer Leviathan

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