Nachhaltigkeit von einer anderen Seite aus betrachtet!

Über die Nachhaltigkeit und den Prozess des Filament recycelns und den Kauf von recycelten Materialen habe ich hier schon einiges geschrieben über die letzten Jahre. Doch wie Nachhaltig gehen wir bzw. ich mit unseren Geräten um? Werden diese regelmäßig gewartet und auch mal repariert oder kaufen ich direkt neue Geräte und verschrotte die alten?

Ja auch die Hardware sollte so nachhaltig wie möglich behandelt werden. Daher kann ich hier direkt vorweg nehmen meine Geräte werden regelmäßig gewartet und sollte doch mal was defekt sein wird auch dies repariert.

Ok Artikel Ende ? NEE natürlich nicht. auch bei mir sind bereits in den letzten Jahren 2 Drucker in den Schrott gewandert, aber warum?

Als Beispiel werden wir hier meinen FlashForge Adventurer 3 nehmen den ich wirklich lange hatte und auch mehrfach reparieren musste. Aber fangen wir am Start an das Gerät kam für 350 Euro zu mir und ist somit ein der günstigeren Geräte gewesen welche ich in den letzten Jahren angeschafft habe.

Die ersten Fehler waren Bedienfehler und kosteten mich an Ersatzteilen ca. 50 Euro. Das Gerät war wirklich gut aufgebaut und bis auf ein zwei Stellen war auch wirklich alles gut zugänglich. So druckte und druckte und druckte der kleine Drucker hier wirklich am laufendem Band. Schnell moddete ich den Drucker auch da dieser nur eine 500g Aufnahme für Spulen hatte und ich aber lieber die 1 KG Rollen verwenden wollte. Auch eine Einhousung habe ich dann noch für den Spulenkasten gedruckt. Des Weitern wurde der Extruder an eine besser zugängliche Stelle versetzt und somit auch das Ladeweg des Filamentes verkürzt. Zum Ende hin habe ich nochmal um die 300 Euro in den Drucker an Ersatz und Umbau Teilen investiert. Somit lagen wir hinter her bei 650 Euro wert nur an Drucker und Teilen.

Natürlich habe ich auch diesen Drucker regelmäßig gewartet und doch schaltete ich Ihn eines Tages an und nichts passierte. Also habe ich den Drucker inklusive seines Gehäuses komplett zerlegt und alle Teile durchgemessen. Da war doch das Motherboard durch, zwei Kondensatoren. Also geguckt lohnt es sich bei einem fast 3 Jahre alten Gerät ein neues Board zu kaufen? Die Antwort war eindeutig nein den 150 Euro für Board und Kabelage welche auch getauscht werden sollte inklusive der ganzen Arbeitszeit dafür war mir dies nicht wert und so schrieb ich diesen als wirtschaftlichen Totalschaden ab. Wobei dies eigentlich nicht richtig war. Denn nach 3 Jahren und einer wirklich unglaublichen Laufzeit (Anmerkung genaue Zahl hab ich nicht mehr gefunden) war das Gerät am Ende seiner Lebenszeit.

Genau an diesem Punkt kommen wir zum Punkt Nachhaltigkeit. Viele Geräte haben ein EOL (end of Life) von 3 bis maximal 4 Jahren) danach kauft man meist Ersatz. Aber ist dies richtig so? Nein finde ich nicht. Klar kann ein Hersteller nicht 30 Jahre lang Ersatzteile für alte Geräte anbieten, allein aus Kostengründen. Aber in meinen Augen sollte es hier eine Regelung geben die einem mindestens 10 Jahr garantieren.

Aber klärt dies wie Nachhaltig ich mit meinen Geräten umgehe? Nein nicht wirklich und während ich dies hier schreibe und mich mit diesen Gedanken auseinander setzte habe ich gemerkt, dass die Antwort gar nicht so leicht zu finden ist wie ich mir das Anfangs dachte.

Daher habe ich mich entschlossen dies wie folgt auf zu teilen:

  • Nachhaltigkeit Material
    • Drucken mit 90 – 95 % Recycletem Material
    • Reste und Poop sammeln und zum Recycling schicken
    • Resin und nicht recycelbare Materialien meiden bzw. so wenig wie möglich einsetzen
    • Entsorgung der nicht recycelbaren Materialien fachgerecht durchführen
  • Nachhaltigkeit Drucker
    • Reparieren statt neu kaufen
    • regelmäßige Wartung mit hochwertigen Ölen etc.
    • Kein Ersatz auf Grund neuerer Technik durchführen
    • Käufe neuer Maschinen nur mit eindeutigem Verwendungszweck
    • nicht mehr reparabele Geräte im Werkstoffhoff fachgerecht entsorgen

Dies ist so mein aktueller Weg und meine Drucker werden wirklich viel genutzt, was man natürlich auch an den Projektzahlen der einzelnen Jahre sehen kann. Könnte man hier noch mehr machen? Klar da bin ich mir absolut sicher. Aber ich bin eine privat Person mit einem Hobbyprojekt und mir stehen einige Wege nicht offen wie auch sind mir weitere sicher nicht bekannt.

Aber über die Geräte hinweg sind mir noch andere Dinge eingefallen welche nicht nur Kosten verursachen sondern auch Nachhaltigkeit fördern können. Hier möchte ich als Beispiel gerne die Silicageld Kugeln nehmen welche ich in meinen Trockenboxen benutzt. Wie geht Ihr damit um? Kauft Ihr direkt neue oder regeneriert Ihr diese? Ich kann dies recht schnell abhandeln ich sammle die feuchten Kugeln in einem Luftdichten Eimer und regeneriere diese im Backofen da sowohl dies Hacks mit Mikrowelle wie auch Heißluftfriteuse bei meinen Kugeln nicht gut funktionierten und diese hinter her verbrannt waren so, das sich hier wirklich neu kaufen musste. Ist der Eimer voll wird ein Blech im Ofen fertig gemacht welches dann bei 60 Grad 5-6 Stunden trocknen kann. Danach lass ich diese noch 30 Minuten abkühlen um sie dann wieder in die entsprechenden Behälter und in ein Lagergefäß zu überführen.

Silica Gel ist nicht gerade das Umweltfreundlichste Material wenn man es normal entsorgen würde. Daher wenn wir über Nachhaltigkeit reden sollten wir auch diese Aspekte unseres Hobbies mit einberechnen.

Daher werden wir wie bei der Material – Diskussion auch diesen Aspekt des Hobbies in regelmäßigen Abständen hier beleuchten und schauen was sich getan hat und welche Wege sich hier noch geöffnet habe.

In diesem Sinne geht ein Dank an den guten Janos Kehl raus, der dies hier sicher nie lesen wird, aber er war mit einem TikTok schuld, dass auch ich hier nochmal etwas tiefer in mich gegangen bin und mir daher nun Gedanken machen wie ich diesen Punkt noch besser regeln kann.

Danke für Eure Aufmerksamkeit.

Euer Leviathan

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