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Von Freund und Feind (Jesper Jones 28)

Sonderfolge Walter König

Walter König  jüngster Oberinspektor des New Scotland Yards sahs an seinem Bürotisch und traute seinen Augen nicht. Ein bekannter Psychologe Namens Jesper Jones sahs vor Ihm und wollte eine Anzeige stellen. Eigentlich war dies nicht seine Aufgabe, aber es waren viel Kollegen krank und so hatte Walter sich genau an diesem Tag für die Anzeigenaufnahme freiwillig gemeldet. 

Die Geschichte, die Mr Jones Ihm auftischte kam Walter seltsam vor. Wieso sollte ein seine Frau liebender Mann erst nach drei Wochen eine Vermisstenanzeige stellen und warum schwitze dieser Mann so sehr? War er nervös oder verbarg er etwas vor Ihm. Walter wollte es heraus finden und so nahm er die Anzeige auf.

OK Mr Jones schildern Sie mir einmal die Situation erneut. Sagte Walter.

Aber Oberinspektor ich habe Ihnen mein Anliegen bereits dreimal in Detail erzählt.

Vor vier Wochen ist meine Frau Emilia nach Deutschland gereist. Sie wollte nur eine Woche bleiben. Sie hat mich in den ganzen Wochen nie angerufen und auch Ihre Verwandten kann ich nicht erreichen. Meine Frau ist wie vom Erdboden verschwunden und ich stelle erst nun Anzeige da ich selbst auf einem Wissenschaftlichen Kongress in New York war und gestern erst wieder nach London zurück gekommen bin. Ihr Revier hat mir in den letzten Wochen immer wieder gesagt, ich sollte persönlich vorbei kommen. Dies war aber nicht möglich. Jede Woche habe ich hier bei Ihnen angerufen mit der Bitte bei mir zu Hause nach zu schauen ob mit meiner Frau alles stimmt. Immerhin ging ich ja davon aus, dass sie wieder in London ist. Antwortete Mr Jones leicht gereizt.

Walter war jung und wollte Karriere machen, mit diesem Fall dachte er wäre dies möglich. Ein berühmter Psychologe, eine verschwundene Frau und das Gefühl das Mr Jones etwas verbarg. Walter mochte diesen Jesper Jones nicht. Er sah in Ihm einen elitären und überheblichen Menschen, der auf Grund seines Berufes und der Berühmtheit dachte, alle Menschen müssten sich nach Ihnen richten.  König konnte nicht falscher liegen doch auch in den kommenden Jahren würde er dies nicht ablegen können.

Walter merkte er hatte einmal zu viel gefragt, er war es nicht gewohnt Anzeigen aufzunehmen. Immer hin arbeitete er in der Mord und Vermisstenabteilung. Warum in seiner Dienststelle beide Abteilungen zusammen gelegt wurden verstand König noch weniger denn er war Mordermittler. Doch was sollte er machen, er hatte keine andere Wahl und ab und zu tat es gut auch mal mit lebenden Menschen zu tun zu haben.

Walter entschuldigte sich bei Mr. Jones und entließ Ihn nach Hause. Natürlich nicht ohne eine Beschattung des Mannes zu veranlassen. Er wusste nicht wieso aber alles an diesem Jones stank, und er würde es an das Tageslicht bringen.

Drei Monate später. Immer wieder hatte Walter sich diesen Jones ins Verhör geholt, doch es war einfach nichts aus Ihm raus zu bekommen und auch alle Backgroundschecks waren „Blüten-Rein“. Ein richtiger Saubermann, dachte Walter und doch wusste er dieser Mann ist schuldig. Niemand wirklich niemand konnte Ihn davon abbringen. Man konnte fast schon sagen Jesper Jones war sein Erzfeind. Walter hasste Ihn denn er beißte sich an Jones die Zähne aus und zu seiner Frau war nichts zu finden, fast so als wäre sie eine Erfindung seiner und Jones Fantasie. Nein dies konnte nicht sein denn dann hätte er was mit diesem Mann gemeinsam und das wollte Walter auf keinen Fall. Wie jede zweite Woche fuhr er genau zu diesem Mann denn er so Abgrund tief hassen gelernt hatte. Walter stieg aus und sah, dass die Tür zum Haus von Jones auf war. Es brannte Licht und eine bösartige Stille überzog die Straße. Walter wusste nicht wieso aber er zog seine Dienstwaffe und ging langsam auf die Tür zu. Ein Handabdruck, rot verschmiertes Blut am Türrahmen gab Ihm Recht. Leise öffnete Walter die Tür und da sah er die Katastrophe. Eine Frau lag auf dem Boden alles war voll mit Blut. Er nahm sein Mobil und rief sofort seine Kollegen an. Hier war was wirklich schlimmes passiert.

Als Jesper Jones nach Hause kam standen Polizeiwagen, Rettungswagen und viele weitere Blaulichtfahrzeuge vor seinem Haus. Was war denn jetzt schon wieder wollte dieser König Ihm etwa weiterhin das Leben zur Hölle machen anstelle seine Frau zu suchen?

Der erste Polizist wollte Ihn zurück halten doch als er seinen Namen nannte wurde er ins Haus begleitet wo bereits Walter König mit einer ganzen Hundertschaft wartete.

Ah Mr. Jones schön, dass Sie auch zu uns stoßen. Darf ich als erstes Erfahren wo Sie in den letzten fünf Stunden waren? Sprudelte es aus Walters Mund noch bevor Jones wqs sagen konnte.

Ah Oberinspektor König, klar kann ich das. Ich war die letzten sechs Stunden in der Universität und habe Vorlesungen gegeben. Es gibt ungefähr 150 Zeugen dafür. Reagierte Jones zu gelassen in Walters Augen.

OK Danke Mr Jones wir werden dies Überprüfen. Nun würde ich Sie bitten einmal zu mir zu kommen wir benötigen hier Ihre Mitarbeit. lies Walter darauf hin vermelden.

Walter sah wie Jones näher kam und er fast schlagartig weiß wurde als er die Frau auf dem Boden seines Hauses sah. Es dauerte keine drei Sekunden und er brach in Tränen aus. „Emilia wieso was hast Du nur getan?“ schrie er laut.

Das hatte Walter sich schon gedacht und nun hatte er die Bestätigung die Tote auf dem Boden war Emilia Jones, Jesper Jones Ehefrau. König war sich sicher, dass der Ehemann etwas mit dem Tot zu tun hatte und er wollte dies beweisen, selbst wenn er Jesper Jones dafür brechen müsste. Also ließ er dem Mann keine Zeit für seine Trauer sondern führte Ihn ab und ließ Ihn aufs Revier bringen. Dies würde sich für Walter nach als Fallstrick erweisen.

Auf dem Revier:

Jesper Jones hatte endlich seine Frau zurück aber nicht wie er sich dies erhofft hatte. Sie lag tot in seinem Haus und dieser impertinente Polizeibeamte hatte Ihn direkt aufs Revier bringen lassen. Sorgen machte sich Jones nicht er war die ganze Zeit in Vorlesungen gewesen. Aber ob Hr. König dies auch verstehen wollte war eine ganz andere Geschichte. Jones bereitete sich auf die kommenden Verhöre vor. Es fiel ihm sehr schwer denn die Gewissheit, dass seine geliebte Emilia tot ist ließ Ihn nicht los.

Das Verhör wiederholte sich insgesamt 5 mal bis Jones endlich telefonieren durfte. Dies war der zweite grobe Fehler Walter König gemacht hatte und als der Anwalt der Jones kam wurde Walter richtig durch die Mangel gedreht. Verstoß gegen die Bürgerrechte, Unterbindung des zustehenden Anrufs, und einiges mehr. Mr Jones ging also als freier Mann aus dem Revier und Walter hatte sein erstes Disziplinarverfahren an der Backe. Er war zu forsch gewesen. 

Ein Monat nach dem Fund von Emilia Jones.

Walter König wurde degradiert und war nun nicht mehr Oberinspektor, sondern nur noch Inspektor. Des Weiteren bestand eine richterliche Anordnung in Walter untersagt wurde Hr. Jones ohne Anwalt zu befragen. All dies machte Ihm seinen Job nicht einfacher. 

So langsam fing aber auch Walter an der Schuld von Jesper Jones zu zweifeln. Der Mann schien wirklich zu trauern. Er hatte schon viele unaufrichtige Trauernde Menschen gesehen. Jesper Jones gehörte nicht zu Ihnen. Auch der Druck auf seine Vorgesetzten welche Hr. Jones ausübte, um die Aufklärung des Falles zu beschleunigen passte nicht in Walters vorgefasstes Bild. Jones hatte seine Professur an der Universität pausiert. Laut Walters Informationen hatte er sich ein kleines Büro in seinem Haus eingerichtet und verfolgte selbst Spuren zu den Geschehen. Trotzdem wollte er diesen Mann nicht sympathische finden oder Ihm Mitgefühl entgegenbringen. Walter fragte sich wieso dem so war. 

Walter ging auch in den kommenden zwei Jahren immer mal wieder dem Emilia Jones Fall nach doch immer wieder landete er bei Jesper Jones. So langsam kam Ihm der Gedanke, dass es an Ihm lag und so wollte er das Ihm Unmögliche versuchen. 

So ging Walter König am 2.6.2000 mit allen Fallakten zu Jesper Jones nach Hause und klingelte an seiner Tür. Etwas schuldbewusst stand er nun dort und hoffte das Mr. Jones Ihm verzeihen könnte. Walter wollte sich ändern und seine Vorurteile beseitigen, denn Er wollte sich zu liebe und auch für Mr. Jones diesen Fall endlich abschließen.

So began ein Wandel und was Walter nicht wusste es würde die beste Freundschaft seines Lebens werden. Doch noch sind wir nicht so weit.

„Mr König wie kann ich Ihnen helfen weitere Vorwürfe oder verhaften Sie mcih direkt wieder?“ fragte Jesper, als er Walter die Tür öffnete.

„MR Jones ich komme mit einem Friedensangebot und einer Entschuldigung. Ich habe alle meine Fallakten dabei und würde diese gerne mit Ihnen zusammen durchgehen. Ich hatte mich da in was verrannt und möchte mich mit diesem Angebot offiziell bei Ihnen entschuldigen für die jahrelangen Unannehmlichkeiten, die Sie durch mich hatten.“ Antwortete Walter schuldbewusst.

Ein lächeln fand sich auf einmal auf Jespers Gesicht und er bat Walter König ins Haus. Jones kochte Kaffee und mit diesem bewaffnet gingen die beiden Männer in Jones Büro.

„Hr. König ich hatte schon vor Monaten die gleiche Idee, muss aber zugeben mein Groll auf Ihre Aktionen hat mich bis jetzt davon abgehalten. Ich bin keine nachtragende Person und so würde ich gerne heute mit Ihnen folgendes vereinbaren. Wir starten genau jetzt einmal bei null und schauen, wohin uns dies führt!“ äußerte Jones.

König war froh, denn er hatte mehr erhalten als er sich erhofft hatte, und so gingen die beiden Männer an die Arbeit, legten Ihre Ergebnisse zusammen und diskutierten auf sachlichem Niveau wo der jeweilig andere falsch abgebogen war. Dies war so produktiv, dass die beiden Männer gar nicht merkten wie der neue Morgen sie begrüßte und wie müde sie eigentlich schon waren. Ein großes Puzzle hatte sich eröffnet und beide merkten, dass Ihnen sehr viele Puzzlestücke noch fehlte, doch daran wollten sie ab jetzt zusammen arbeiten.

Zwei Jahre nach dem Fund von Emilia Jones

Walter König konnte es nicht fassen, das Puzzle schloss sich immer weiter. Wieso war er damals nur so blind gewesen. Hätte er seinen Schatten doch schon früher übersprungen und eine Zusammenarbeit gesucht. Immer wieder stießen die beiden auf Sackgassen oder offene Enden. Doch sie würden nicht aufgeben. Beide hatten ein Ziel sie wollten diesen Fall lösen. Walter war sehr glücklich, denn er hatte aus einem Feind einen seiner besten Freunde gefunden. Dank Jesper hatte er seine Frau kennen gelernt und war nun seit einem Jahr glücklich verheiratet. Walter wünschte sich das auch Jesper neues Glück finden würde, doch dies würde noch dauern erst mussten alle Wunden verheilen und der Fall abgeschlossen werden. Walter König würde alles tun, um seinem Freund den Frieden zu bringen den er verdient hatte.

In den kommenden Monaten verfolgten sie Spuren und lösten damit einige hochbrisante Fälle. Sie wussten nicht, wie sehr sie einer großen geheimen Bruderschaft damit auf die Füße treten. Auch konnten Sie nicht wissen das Ihre Gegenspielerin eine tote Frau war, die beiden sehr gut bekannt war. All dies lag noch in der Zukunft der beiden Männer. Nur eine Person wusste von diesen Hintergründen und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Es war die für tot erklärte Emilia Jones geb. Augustin. Sie war es die all diese Fälle auslöste und somit die Männer unabsichtlich nicht nur auf Ihre Spur setzte, sondern auch Jesper wie auch Walter zu einem großen Ärgernis der Frau machte.

Walter und Jesper wurden Freunde in den Jahren und so verknüpften sich zwei Lebenswege, die nicht unterschiedlicher sein konnten. Der Wissenschaftler und Witwer und der Polizist und Träumer. Walter König war ein Träumer, denn er glaube an die absolute Gerechtigkeit und diesen Glauben würde er nie aufgeben. Dies und seine Loyalität würden die beiden Männer in den kommenden Jahren noch viel erleben lassen. 

Gegenwart 2025:

Walter war in New York er half der örtlichen Polizei in einem Fall welcher mit der Sekte von Emilia Jones zu tun hatte. Vor einigen Monaten hatten er und Jesper den größten Teil dieser Sekte zerschlagen und genau in diesem Moment hatten sich die Amerikaner gemeldet und Ihn um Hilfe gebeten. Walter hoffte diese elende Geschichte bald zu den Akten legen zu können. Es musste nach all den Jahren endlich ein Ende haben. Weder Jesper noch er hatten Lust sich lebenslang mit dieser Person und Ihren Komplizen zu beschäftigen. Er wusste ja nicht, was in London passierte und, dass Jesper gerade in dem finalen Kampf seines Lebens war. Hätte Walter dies gewusst hätte er alles abgebrochen und wäre Ihm zu Hilfe geeilt. Doch Walter und Jespers Frau waren selbst gut beschäftigt und so ging alles seinen Lauf. Jesper befand sich im Sturm doch der Sturm ebbte schon ab und die Kraft der Urgewalt würde Ihn stärker ins Leben entlassen, als sie Ihn aufgenommen hatte. 

Auch Walter war in den Jahren gewachsen, von einem fanatischen Erfolgsmenschen zu einem guten und empathischen Menschen und Polizisten geworden. Die Freundschaft der beiden hatte beide Männer verändert. Sowohl zum Guten wie auch zum Schlechten, denn beides muss immer im Gleichgewicht sein. Sie hatten gelernt, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gab, sondern viele Abstufungen zwischen diesen beiden Optionen.

Dies machte Walter und Jesper zu gefährlichen Menschen für alle Verbrecher dieser Welt und zu guten Menschen für den Rest der Welt. Sie hatten sich diese Rollen und Entwicklungen nicht ausgesucht. Sie waren in einen Orkan geworfen worden und hatten überlebt. Walter König dachte oft über den Anfang Ihrer Geschichte nach und wie verbohrt und uneinsichtig er teilweise war. Er mochte den alten Walter König nicht, denn es war ein harter und unsicherer Mensch gewesen, der zu schnell verurteilte und damit sich und seiner Arbeit nie gerecht geworden wäre.

Jesper Jones war ein Ärgernis, eine Ihn verändernde Konstante und sein Freund. Walter war für Jones lange genau das Gleiche gewesen doch wie sich zeigte brauchten die beiden Männer sich gegenseitig um zu wachsen und zu den Menschen zu werden die sie gerne sein wollten.